Welche physiologische Bedeutung hat die Harnblase?
Die Harnblase gehört zum Harn ableitenden System des menschlichen Körpers und hat die Funktion, den über die Harnleiter aus den Nieren kommenden Harn zu sammeln (muskulärer Behälter). Ist eine bestimmte Füllmenge (150-500 ml) erreicht, erfolgt bei gesunden Menschen eine Ableitung des Harn über die Harnröhre nach außen. Ein oberer und unterer Ringmuskel (Schließmuskel) sorgen dafür, dass der Abfluss des Harns gehemmt wird und damit ein spontaner Abgang verhindert wird. Um das zu ermöglichen, bedarf es eines funktionsfähigen vegetativen Nervensystems, das Einfluss auf die Blasen- und Beckenbodenmuskulatur nimmt.
Was ist eine Reizblase?
Bei einer Reizblase liegt eine funktionelle Störung der Blasenfunktion vor, ohne erkennbare organische Ursache. Frauen erkranken häufiger als Männer, vorwiegend im 3. bis 5. Lebensjahrzehnt.
Welche Symptome sind typisch für diese Erkrankung?
Im Vordergrund der Symptomatik steht der ständige Harndrang und häufiges Wasserlassen (Pollakisurie), das Betroffene als belastend und quälend empfinden. Auch eine Inkontinenz (unwillkürlicher Harnabgang) ist möglich, die die Belastung noch erhöht. Beim Sitzen werden diffuse Schmerzen angegeben.
Welche Ursachen führen zu einer Reizblase?
Hormonale und psychovegetative Faktoren sowie chronische (nicht nachweisbare) Infekte (Veränderungen der Scheidenflora) werden als Ursache angenommen.
Wie kann eine Reizblase therapiert werden?
Eine lokale oder systemische Östrogenbehandlung und die Beeinflussung der psychovegetativen Störungen werden daher therapeutisch angeraten.
